Arzneimittelengpässe: EMA veröffentlicht Liste der für den COVID-19-Gesundheitsnotstand kritischen Produkte

Die bei der EMA neu eingerichtete Lenkungsgruppe für Engpässe bei Arzneimitteln (MSSG) hat am 07.06.22 erstmals eine Liste von Arzneimitteln aufgestellt, die für den COVID-19-Gesundheitsnotstand (versorgungs)kritisch sind. Wie die EMA mitteilt, würden Angebot und Nachfrage mit diesen Arzneimitteln engmaschig überwacht, um potenziellen oder akuten Verknappungen zu begegnen.

Derzeit enthält die auf der EMA-Website veröffentlichte Liste* alle bisher in der EU zugelassenen Impfstoffe (5) und Therapeutika (8 + Dexamethason-Präparate) zur Prävention und Behandlung von COVID-19. Die EMA will sie zukünftig aktualisieren, einmal um Veränderungen der pandemischen Lage Rechnung zu tragen, etwa wenn sich das Risiko von Engpässen bei bestimmten Arzneimitteln erhöht, zum anderen, wenn neue Arzneimittel zugelassen werden. Die Liste sei kein Ersatz für nationale Leitlinien zur Impfung und zum klinischen Management von COVID-19.

Die Zulassungsinhaber der in der Liste genannten Produkte sind aufgefordert, die EMA regelmäßig mit relevanten Informationen auf den neuesten Stand zu bringen, darunter mit Daten zu potenziellen oder aktuellen Knappheiten und zu den verfügbaren Beständen, Voraussagen zu Angebot und Nachfrage. Zudem werden die Mitgliedstaaten die EMA regelmäßig über den geschätzten Bedarf für kritische Arzneimittel auf nationaler Ebene unterrichten.

*) List of critical medicines for COVID-19 public health emergency (PHE) under Regulation (EU) 2022/123.

MAA11; 13.06.2022