Antimikrobielle Resistenz: TATFAR will sich für finanzielle Anreize bei Antibiotika-F&E einsetzen

Die TATFAR (Transatlantische Arbeitsgruppe zur Antimikrobiellen Resistenz) hat den Entwurf für ihren Arbeitsplan für die Periode 2021-2026 vorgelegt. Strategien zur Verbesserung von finanziellen Anreizen, des Zugangs zu und der F&E von antimikrobiellen Arzneimitteln, Diagnostika und Alternativen (Kernbereich 3) werden auch in den kommenden Jahren eine wesentliche Aufgabe für die TATFAR-Experten bleiben.

In der 2009 gegründeten Transatlantic Taskforce on Antimicrobial Resistance (TATFAR) arbeiten Experten aus der EU, den USA, UK, Norwegen und Kanada zusammen. Bei einer von der Europäischen Kommission gehosteten virtuellen Konferenz Mitte September 2021 zog die Arbeitsgruppe eine Bilanz ihrer Arbeit in den vergangenen Jahren, zusammengefasst im „TATFAR Progress Report 2016-2020“ und verständigte sich auf den Entwurf für ihr Arbeitsprogramm (Work Plan) 2021-2026. Der Work Plan umfasst 18 Aktionen (Actions) in vier Kernbereichen (Key Areas). Er soll im späteren Jahresverlauf 2021 formell beschlossen werden*)

Der Austausch und die Zusammenarbeit der Gruppe umfasst außer dem o. g. Kernbereich 3 die Bereiche „Angemessener Einsatz antimikrobieller Mittel in der Human- und Tiermedizin“ (Key Area 1), „Überwachung und Prävention von antimikrobiellen Resistenzen (AMR)“ (2) und „Querschnittsmaßnahmen zur Verbesserung des Bewusstseins für AMR und den angemessenen Einsatz von Antibiotika sowie zur Verbreitung der TATFAR-Informationen“ (4).

Zum Kerneberich 3 heißt es im Fortschrittsbericht 2016-2020: „Der Mangel an antibakteriellen Arzneimittelkandidaten ist eine Folge sowohl der Herausforderungen der Entwicklung antibakterieller Arzneimittel und des Mangels an Profitabilität, der derzeit im Antibiotika-Markt herrscht, vor allem im Vergleich zu anderen Therapiegebieten. Antibiotika sind insofern einzigartig als sich Resistenzen umso schneller bilden, je mehr sie zum Einsatz kommen. Die TATFAR-Partner hoffen, dass die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet dabei helfen wird, anstehende politische Entscheidungen über die Entwicklung eines Pakets von ökonomischen Anreizen zu inspirieren, die nötig sind, um Innovationen auf dem Gebiet der Entwicklung antibakterieller Arzneimittel zu fördern. Diese Arbeit wird im neuen Arbeitsplan für die nächsten fünf Jahre fortgesetzt werden“.

So hat sich die Gruppe im Arbeitsplan vorgenommen, „Anreize zu kommunizieren, zu diskutieren und zu untersuchen mit dem Ziel antibiotische Innovationen zu stimulieren und/oder den Zugang zu wichtigen Antibiotika (sowohl neue als auch alte) sicherzustellen. Diese Anreize könnten auch alternative Therapien einschließen“.

Auf dem Gebiet der Entwicklung antibakterieller Arzneimittel wollen die (regulatorischen) Behördenvertreter in der Expertengruppe u. a. gemeinsame Probleme auf dem Gebiet der Entwicklung und Regulierung erörtern und Möglichkeiten für eine Konvergenz der Anforderungen und der Regulierung in Betracht ziehen.

Außerdem will die Arbeitsgruppe die Entwicklung von neuen antimikrobiellen Wirkstoffen, alternativer Ansätze und Diagnostika unterstützen, indem sie die internationale F&E fördert.* Links zum Progress Report und dem Work Plan wurden am 30.09.21 auf der EMA-Website eingestellt. Die Dokumente sind auch auf der Website der CDC der USA abrufbar. Die CDC unterhalten das TATFAR-Sekretariat (https://www.cdc.gov/drugresistance/tatfar/).

MAA18, 04.10.2021