Der bevorstehende Brexit bereitet der EMA schon jetzt Personalprobleme

Die EMA spürt bereits den Brexit. Dass London nach Abschluss der voraussichtlich mehrjährigen Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens noch Sitz der Agentur sein wird, ist unwahrscheinlich. Schon jetzt wird es schwieriger für die EMA, ihren Personalstand zu halten und neue Mitarbeiter zu gewinnen.

Wie EMA-Chef Guido Rasi kürzlich der Financial Times (FT) sagte, haben seit dem Brexit-Referendum bereits sieben Experten die Agentur verlassen; das seien mehr als insgesamt in den letzten zehn Jahren. „Wir erleben eine Knappheit an Kandidaten im Auswahlprozess und wir erleben, dass viel mehr Leute die Agentur verlassen“, wird Rasi in der FT zitiert. Eine Mitarbeiterbefragung habe ergeben, dass die Hälfte des Personals die EMA verlassen könnte, wenn sie ihren Sitz an einen anderen Ort verlegt. Rasi hob aber auch die bedeutende Rolle hervor, die die britische Behörde MHRA bei der Zulassung von Arzneimitteln in der EU spielt (etwa als Rapporteur). Aber er sagte auch: „ich schätze, wir verlieren dadurch 20 Prozent, das bedeutet, dass sie (Großbritannien) 80 Prozent verlieren“. Die britische Pharmaindustrie betont derweil die Notwendigkeit eines reibungslosen Übergangs. In einer Anhörung vor dem Exit-Ausschuss des britischen Parlaments wiederholte Dr. Virginia Acha, Executive Director – Research, Medical & Innovation beim Pharmaverband ABPI, mehrfach ihren Standpunkt, dass das regulatorische Instrumentarium für Arzneimittel in Großbritannien vom ersten Tag an zur Verfügung stehen muss, an dem das Land die EU verlässt. Vorrangiges Ziel der Regierung müsse die Ausrichtung an der Arzneimittel-Regulierung der EU und die Zusammenarbeit mit der EMA sein. Ungeachtet aller Unsicherheiten, die sich aus dem Brexit-Referendum ergeben, signalisiert die EMA mit ihrem Arbeitsprogramm für 2017, dass sie ihre Aufgaben wie stets wahrnimmt, wie die Agentur im Anschluss an die Sitzung des Management Boards im Dezember herausstreicht. Dabei wurde auch das Budget für 2017 angenommen, das Ausgaben von 322 Mio. Euro vorsieht, 4.

4 % mehr als 2016. Der Betrag decke den Zuwachs des gebührenfinanzierten Arbeitsaufkommens von 5,4% und erlaube es der EMA außerdem, ihre Prioritäten zu fokussieren, etwa die wachsende Antibiotika-Resistenz, die Unterstützung von Innovation und des Zugangs zu Arzneimitteln, die Verbesserung der regulatorischen Kapazitäten und Fähigkeiten sowie ihre „fortdauernde Verpflichtung“ zu mehr Transparenz. Die EMA spürt bereits den Brexit. Dass London nach Abschluss der voraussichtlich mehrjährigen Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens noch Sitz der Agentur sein wird, ist unwahrscheinlich. Schon jetzt wird es schwieriger für die EMA, ihren Personalstand zu halten und neue Mitarbeiter zu gewinnen. Der bevorstehende Brexit bereitet der EMA schon jetzt Personalprobleme Brexit, EMA, Rasi Die EMA spürt bereits den Brexit. Dass London nach Abschluss der voraussichtlich mehrjährigen Verhandlungen über den EU-Austritt Großbritanniens noch Sitz der Agentur sein wird, ist unwahrscheinlich. Schon jetzt wird es schwieriger für die EMA, ihren Personalstand zu halten und neue Mitarbeiter zu gewinnen. Der bevorstehende Brexit bereitet der EMA schon jetzt Personalprobleme

MAA01, 16.01.2017